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Tiere im Zirkus

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Streit

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Für die einen gern gesehene  Abendgestaltung. Für die anderen ein Grund auf die Barrikaden zu gehen. Circus Afrika aus Thüringen tourt durch Sachsen. Einer Tierschützer-Organisation namens Peta gefällt das nicht. Peta ist die Abkürzung von People for the Ethical Treatment of Animals (Menschen für die ethische Behandlung von Tieren).

So lauten die Vorwürfe
- die Elefanten seien verhaltensgestört
- sie würden mit einer Fußfessel gequält
- seien krank
- hätten deformierte Beine
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Reporter Jonathan Rebmann hat den Zirkus im Juni 2018 in Freital besucht und sich vor Ort ein Bild gemacht.
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Kämpfer

Hardy Weisheit ist der Tierexperte von Circus Afrika. Das Familienunternehmen ist mit großem Tross unterwegs. 15 Personen, 30 Tiere, 25 Wagen gehören dazu. Vor 50 Jahren wurde der Zirkus von Otto und Christa Weisheit gegründet. Ihr Sohn Hardy Weisheit erblickte noch im selben Jahr das Licht der Welt. Die Vorwürfe von Peta kann er nicht mehr hören. 
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Wappentiere und gleichzeitig die größte Attraktion des Unternehmens sind die drei Elefanten, um die sich der Streit mit Peta dreht: Tonga und Moja, beide 30 Jahre alt kommen aus Afrika. Die alte Elefantendame Ghandi ist schon 50. Sie gehört zu den indischen Elefanten. Alle drei sind im Zirkus aufgewachsen.
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Für Hardy Weisheit sind Elefanten die klügsten Tiere der Welt. Er liebt seine Tiere. Besonders Ghandi ist ihm ans Herz gewachsen, denn sie wuchs mit ihm gemeinsam im Zirkus auf. „Sie ist meine Schwester. Ich gehe abends oft mit ihr spazieren. Manchmal verbringe ich so viel Zeit mit ihr, dass sich meine Frau beschwert“, erzählt der Tierpfleger.
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Recht

In jeder Gastspielstadt muss das zuständige Veterinäramt mindestens zwei Wochen im Voraus vom Zirkus benachrichtigt werden. Dann folgt ein Besuch durch den Amtstierarzt. Auch unangemeldete Kontrollen kommen dabei vor. „Das heißt also bei den meisten Zirkussen mindestens eine Kontrolle pro Woche. So oft wird kein anderer Tierhalter in Deutschland überprüft“, sagt Roland Paschke. Er ist Vorstandsmitglied beim Verband Deutscher Circusunternehmen. Dem gehören 50 von deutschlandweit etwa 360 Zirkussen an.
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Mitarbeiter vom zuständigen Landratsamt Pirna haben den Zirkus bei dem anderthalbwöchigen Aufenthalt in Freital inspiziert. Wie Benita Plischke berichtet, waren zwei Tierärzte und eine Mitarbeiterin der Naturschutzbehörde etwa eine Stunde lang vor Ort. „Wir haben alle Tiere und die Unterlagen zu diesen sowie die Futtervorräte und Transportfahrzeuge begutachtet“, sagt die Amtstierärztin.
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Laut PETA sollen die Elefanten immer wieder durch gestörtes Verhalten aufgefallen sein. Beim sogenannten „Weben“ schwingen Elefanten Köpfe und Rüssel hin- und her. Die Amtstierärztin kennt das Phänomen: „Weben ist eine Verhaltensstörung, die infolge von Haltungsmängeln auftreten kann.“ Das sei bei den Tieren nicht festgestellt worden. Die Tiere haben Auslauf und Beschäftigungsmaterial, urteilt die Expertin. Auch den anderen Tieren gehe es gut. „Die Kontrolle verlief ohne Beanstandungen“, fasst Benita Plischke zusammen.
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Hardy Weisheit hat eine andere Erklärung für die Bewegungen der Elefanten. 

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Tiefpunkt

Die ständigen Kontrollen und die Bürokratie setzen Hardy Weisheit zu, doch das ist nicht das Hauptproblem mit dem Zirkusse heutzutage zu kämpfen haben, meint er.

Jeffrey Weisheit ist hier als Clown "Spaghetti" zu sehen. 
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In den letzten fünf Jahren hat Circus Afrika nach eigener Aussage pro Jahr ein Zehntel seiner Zuschauer verloren. Auch beim heutigen Drehtag sind in Freital mit 40 Gästen nur wenige gekommen. Das Zelt bietet Platz für 800 Zuschauer. „Ab 150 rechnet es sich“, sagt Hardy Weisheit.
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Hardy Weisheit war schon mehrmals kurz davor aufzugeben.

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Hoffnung

Hardy Weisheit ist zuversichtlich: „Solange es Kinder gibt, wird es auch einen Zirkus geben.“ Familie Weisheit habe genug Nachkommen, sodass sie nur wenige Fremdartisten engagieren müsse. 80 Prozent des Programms stemmt die Familie selbst. Die verkrafte es auch, wenn sie bei der Gage mal kürzer treten muss, sagt der Zirkusmann.

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Texte, Fotos und Videos von
Jonathan Rebmann

Produziert im Auftrag von
Freie Presse
Impressum

Circus Afrika kommt wieder nach Sachsen: Vom 12. bis 21. Oktober ist er in Riesa. 
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